Die europäische Zentralbank bekommt weiche Knie: Facebooks Libra bringe das bisherige Finanzsystem ins Wanken. Deshalb rüstet die Zentralbank zum Gegenangriff und überlegt, eine eigene Digitalwährung auf den Markt zu bringen. Hervor geht dies aus einem Entwurf der finnischen Ratspräsidentschaft für eine Regulierung von Digitalwährungen, der Reuters vorliegt. Ziel des Entwurfs sei es demnach herauszufinden, welche Chancen eine eigene Digitalwährung mit sich bringe und welchen Herausforderungen man sich dabei stellen müsse. Diesen Freitag schon wird über den Entwurf diskutiert; die Abstimmung folgt im Dezember.

Libra: Politiker kritisieren, Investoren springen ab

Seitdem die Libra-Pläne bekannt sind, geht ein Flächenbrand durch die Politik-Landschaft: Europäische und amerikanische Politiker schreien nach Regulierungen und machen sich Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems. Diese Kritik trifft scheinbar nicht auf verstopfte Ohren und hat deshalb bereits einige Opfer gefordert; so sind Visa, Mastercard und Paypal von Libra abgesprungen.

Regulierungen scheinen aber nicht alle Sorgen zu vertreiben; deswegen stellt man sich jetzt Facebook direkt im Ring gegenüber mit einer eigenen Kryptowährung. Der bisherige Entwurf dafür sieht folgendes vor: Auch ohne Bankkonto könnten Nutzer elektronisches Geld verwenden, die EZB wird dabei einziger Vermittler bei Zahlungen, sodass alle Finanzintermediäre oder Clearing-Gegenparteien wegfielen. Zuletzt wäre auch das Geld direkt bei der EZB hinterlegt. Doch ist dies nur der erste Entwurf und bis zur Abstimmung kann sich noch einiges ändern.

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